Der Umbau 1912

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl in Kaulsdorf rasch an. Die Notwendigkeit, die Sitzplätze in der Kirche zu vermehren und der Wunsch nach einer neuen Orgel führten 1912 zu umfangreichen baulichen Aktivitäten, die bis heute das Erscheinungsbild von Langhaus und Sakristei prägen. Nach dem Bericht des mit der Bauleitung beauftragten Regierungs- und Baurates Bernhard Hoffmann wurde das Kirchendach "ohne Umdecken um rd. 1,30 m gehoben". Das zog die Aufmauerung der Langhauswände und die Vergrößerungen der vorhandenen acht Fensteröffnungen zu der heutigen Form nach sich. Im Kircheninnern versah man die angehobene und geputzte Decke nach dem Vorbild der alten mit Brettern verschalten Balkendecke wieder mit einer Volute. Die eckigen Wandversätze zwischen dem mittelalterlichen Kernbau und der barocken Erweiterung wurden als flache Schrägen ausgeglichen. Auf der Westempore beseitigte man den Rest des Kirchengiebels, der beim Turmneubau von 1875 nicht abgetragen worden war; im Erdgeschoß verbreiterte man den Westeingang ins Langhaus. 

Der so vergrößerte Kirchenraum erfuhr eine aufwendige Ausgestaltung durch eine neue Orgel der Orgelbauanstalt Gebrüder Dinse und farbige Fensterverglasungen, die teilweise erhalten geblieben sind.
Schließlich wurde die nur noch als Gerätekammer genutzte mittelalterliche "Sacristey" wieder "als Sakristei hergerichtet, indem der Zugang von der Kirche her geändert, ein Zugang von aussen her eingebrochen und eines der kleinen Fenster vergrössert und mit Bleiverglasung ausgestattet wurde".
Der erneuerten Dorfkirche wurde anlässlich ihrer feierlichen Einweihung am 8. Dezember 1912 der Name "Jesuskirche" verliehen.