Zur Baugeschichte bis 1997

1935 wurde der südliche Anbau - das frühere "Leichhauß" - zum Heizhaus ausgebaut. Um den Kessel für die Warmluftheizung unterbringen zu können, musste das Erdreich 1,10 m tief ausgeschachtet werden. Nach Zeitzeugenberichten stieß man dabei auf einen Eichensarg, in dem eine etwa vierzig Jahre alte Frau mit rotem Haar gelegen haben soll. Sie habe ein vornehmes, schwarzes Kleid getragen. Durch die Berührung mit der Luft sei die mumifizierte Tote zerfallen. Die zweifellos privilegierte Frau dürfte schon lange vor 1866 im "Leichhauß" bestattet worden sein und zwar - wie auf dem Lande üblich - in ihrem schwarzen Braut- und Kirchenkleid. 

Durch Kriegseinwirkung wurde am 22. April 1945 die hohe Kirchturmspitze zerstört und damit das ortsprägende, geschlossene Erscheinungsbild der Kirche und ihre Fernwirkung erheblich beeinträchtigt. Bald nach Kriegsende setzten Sicherungs- und Reparaturarbeiten ein, die sich mehrere Jahre hinzogen. Dabei erhielt der Turm ein erstes Zeltdach mit Schieferdeckung.

Der heutige starr wirkende Außenputz mit den einfachen Fensterrahmungen geht im Wesentlichen auf das Jahr 1964 zurück. Während der Generalinstandsetzung von 1979/80 bekam der Turm sein zweites Behelfsdach mit Zinkblecheindeckung und feuerverzinktem Kreuz.
In den Jahren 1993 bis 1996 hat sich das Aussehen der Kaulsdorfer Kirche auf anerkennenswerte Weise verändert. Sie präsentiert sich nun mit neuen Schieferdächern, die einen angenehmen Kontrast zum bräunlichen Weiß des sanierten und frisch gestrichenen Langhauses mit seinen Anbauten bilden.
Das Traufpflaster aus vielfarbigen Lesesteinen ist ein besonders gelungenes Sanierungsdetail.